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Das Schicksal des “UB45" und seiner Besatzung

Georg Schütte wurde am 16. Mai 1896 geboren. Als Besatzungsmitglied des “UB45″ wurde dieses im Jahre 1916 für ihn und seine Kameraden zum Schicksal. Erst 19 Jahre später konnten das U-Boot und die Gebeine der Besatzung geborgen werden. Auch die Inhalte der Spinde konnten teilweise geborgen und den Angehörigen in der Heimat zugestellt werden. Noch heute werden diese Andenken in der Familie bewahrt. Nachfolgend wird die tragische Geschichte wiedergegeben.
(Quelle: Deutsche Marinezeitung 26.02.1936 und Burchard Schütte)

Zeitungsbericht über das Ehrenmal in Warna


Am 06. November 1916 lief das deutsche U-Boot “U45″ von seinem Stützpunkt in der Nähe von Varna am Schwarzen Meer zu einer Aufklärungsfahrt aus. Das Boot fuhr über Wasser im Kielwasser des bulgarischen Torpedoboots “Strogi” durch das Minengebiet. In der Höhe von Varna stieß das U-Boot auf eine Mine und versank augenblicklich, in zwei Teile gerissen, in 25 Meter Tiefe. Das Torpedoboot war wegen seines geringen Tiefganges über die in der Nacht zuvor von den Russen unbemerkt gelegte Sperre hinweggefahren. Bei der Explosion befand sich der Kommandant, Kapitänleutnant Palis, mit fünf Mann der Besatzung an Deck. Sie wurden über Bord geschleudert, wobei der Kommandant seinen Tod fand. Die übrigen Leute wurden, größtenteils schwer verletzt, von den Booten des Torpedoboots geborgen. Einer der Schwerverwundeten starb später im Lazarett in Varna.
Die Leiche des Kommandanten wurde nach einiger Zeit geborgen. Er fand seine Ruhestätte auf dem Ehrenfriedhof in Varna. Die übrigen 13 Mann der Besatzung: Obermaschinist Wilhelm Köhler, Maschinist Hermann Timm, Maschinist Wilhelm Seidel, Maschinist Friedrich Hilker, Maschinist August Kalsen, Masch.-Maat Rudolf Becker, Obermatrose Paul Kirschten, Oberheizer Georg Schütte, Matrose Jonni Schacht, Ferdinand Brockhof, Heizer Adam Farpauf, Heizer Franz Firk und Heizer Leo Freistarfer, versanken in die Tiefe mit ihrem U-Boot.

Zeitungsbericht über die Beisetzung


19 Jahre ruhten die Kameraden auf dem Meeresgrunde, bis man im Sommer 1935 mit der Bergung des Bootes begann. Diese gestaltete sich bei den zur Verfügung stehenden einfachen Hilfsmitteln und weil das Boot tief in den Schlick eingesunken war äußerst schwierig. Unter Zuhilfenahme eines deutschen Ingenieurs, der vom Kriege her mit den Einrichtungen des Bootes vertraut war, gelang es im Januar d.J., die beiden Teile des Bootes einzeln zu heben und an Land zu setzen. Nachdem das Bootsinnere durch Aussprotzen von Sand und Schlamm gereinigt war, konnte man die Gebeine der toten Kameraden bergen. In den Spinden der Besatzung fand man noch ihre Kleidungsstücke und sonstiges Eigentum, Uhren, Ringe, die den Angehörigen in der Heimat zugestellt wurden.
Die Gebeine wurden überführt und am 26. Februar 1936 im Rahmen einer würdigen Trauerfeier mit einer deutschen und bulgarischen Abordnung beigesetzt!

Visitenkarte

Visitenkarte eines ehemaligen Lehrers von Georg Schütte mit einem Gruß. Diese ist eine der persönlichen Dinge die die Zeit im U-Boot überdauerten.