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Meinen lieben Eltern

 

Im Sommer 1945 schrieb F.W.H. Lampe die folgenden Zeilen an seine Eltern in der Heimat. Solche Gedichte sind ein Ausdruck der Gefühle eines Soldaten in Gefangenschaft, nach dem verlorenen Krieg. Viele kamen erst Anfang und Mitte der 50er Jahre wieder zurück nach Hause.

Auf Italiens grünen Auen
stand einst ein starkes graues Heer
In meinen Briefen das Ahnen
wir sehen die Heimat nicht mehr

Begann in uns das Erkennen für eine bittere Zeit
wir wurden belogen, betrogen und für den Abgrund geweiht

So wurden wir alle gefangen
am Tage als wie bei der Nacht
Man nahm uns unsere Waffen
und hat uns zur Wüste gebracht

Dort sitzen wir und verbringen mit Warten die Zeit
Was wird die Zukunft uns bringen?
Wann ist es endlich so weit.

Noch schlafen wir in den Zelten
im heißen Wüstensand
Doch unter dem gleichen Himmel
wie unser Heimatland

Schau ich so in die Sterne
in den Abendhimmel hinein
So möchte ich so gerne
bei Euch zu Hause sein

Ich geh so abends schlafen
ich steh so morgens auf
Bis man uns eines Tages
das Tor zur Welt macht auf

Ich weiß, ich kehre wieder
zum Heimatort zurück
Es brennt in meinem Herzen
das Wiedersehensglück!!!