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Testament Strampe - 1851

Von Jürgen Strampe haben wir nun weitere historische Unterlagen bekommen, die aus dem Nachlass seines Vaters stammen. Neben vielen etwa 160 Jahre alten Klageschriften vom Amt Medingen, befand sich auch nachfolgend aufgeführtes Dokument darunter.

Es stellt das Testament von Hans Heinrich Peter Strampe dar, der am 12.03.1795 in Bevensen geboren und am 15.03.1795 getauft wurde. Seinen letzten Willen hat er, wie man dem Schreiben entnehmen kann am 11.08.1851 aufgesetzt. Eine Woche später, am 18.08.1851 verstarb H.H.P. Strampe in Bevensen unter Krämpfen.


Nachstehendes Testament:

Geschehen Bevensen, Amts Medingen am 11. August 1851, im Hause des Baumanns Strampe
Als der Hauswirt Heinrich Strampe heute Nachmittag seinen Sohn zum Amte Medingen schickte um eine Deputation zur Aufnahme seines letzten Willens zu ersuchen, so verfügte der unterzeichnete Beamte sich sofort in seine Behausung.
Der Strampe lag in seinem Bette, zwar krank wie er sagte, aber wie eine mit ihm zuvor angestellte Unterredung ergab, bei gesunden Geisteskräften.
Derselbe erklärte darauf was folgt: Ich, der Baumann Hans Heinrich Peter Strampe, will, um bei meinem möglicherweise schon jetzt bevorstehenden Ende allen Streitigkeiten unter meinen Kindern vorzubeugen, meinen letzten Willen verrichten.

§1

Zu meinen Erben setze ich meine vier Kinder ein, nämlich:
1. Ernst Heinrich
2. Friedrich
3. Johann
4. Wilhelm
mit folgenden näheren Bestimmungen.

§2

Meinen hieselbst belegenden Bauhof nebst dazugehörigen Pertinentien, lebendem und todtem Inventarie, eingescheunten und noch im Felde befindlichen Früchten soll mein ältester Sohn Ernst Heinrich haben.

§2

Meinen Hof in Seedorf soll mein dritter Sohn Johann haben

§3

Mein ältester Sohn soll seinen beiden Brüdern, dem zweiten und dem vierten Sohn als Abfindung von meinem gesamten Vermögen, jedem die Summe von 1000, geschrieben Ein Tausend Thaler Courant, bei ihrer Verheiratung oder nachdem sie das 30 te Lebensjahr vollendet haben, auszahlen.
Mein dritter Sohn erhält statt Abfindung den Seedorfer Hof

§4

Mein zweiter Sohn erhält von meinem ältesten Sohn außer der Abfindung noch 100 Cort., geschrieben Ein Hundert Thaler Courant, welche mein seliger Schwiegervater mir für ihn geschenkt hat.

§5

Mein sämtliches bares Geld und meine ausstehenden Forderungen fällt meinem ältesten Sohn zu, welcher aber verpflichtet ist, davon nicht nur die im §4 erwähnten 100 Thaler zu bezahlen, sondern auch im Fall wider verhoffen der Prozess welchen ich mit dem Leinenweber Paulsen in Barum wegen Herausgabe der Aussteuer seiner Tochter führe, verloren gehen sollte, davon die Prozeßkosten und die Auflage des rechtskräftigen Urteils zu bestreiten. Sollte mein hier in diesem § bezeichnetes Vermögen dazu nicht genügen, so soll mein dritter Sohn, welcher den Seedorfer Hof bekommt, das Hoflande zuschießen.

§6

Sollte aber der Prozess mit Paulsen gewonnen werden, so sollen meine drei Kinder, nämlich der älteste, zweite und vierte Sohn, in meinem Nachlaß an Geld und Capitalien sich gleichmäßig theilen.

§7

Sollte einer meiner Kinder diesen meinen letzten Willen anfechten, so soll er auf den Pflichtheil herabgesetzt werden.

§8

Zum Vormund meiner Kinder ernenne ich den Thierarzt Müller in Bevensen

§9

Die Aufnahme eines Inventars nach meinem Tode verbiete ich.

§10

Zuletzt bestimme ich noch, dass dasjenige Inventarium, lebende und todte, welches sich auf dem Seedorfer Hof befindet, meinem dritten Sohn mit anfallen soll.